Warum der Staatstrojaner gut für Deutschland war

By | 18. Oktober 2011

In Zeiten des internationalen, organisierten Terrors ist man an quasi keinem Ort mehr sicher. Sei es ein Wolkenkratzer, ein Einkaufszentrum oder eine einfache U-Bahn. Abhörbare Telefone haben ausgedient, denn das Internet bietet den Terroristen längst eine Plattform, um sich ungestört auszutauschen und Verbrechen zu organisieren.

Gefürchtet: Die Mailbombe kann schwere Verletzungen verursachen

Schon vor langer Zeit kam die Idee auf, das gesamte Internet zu überwachen. Allerdings ist eine Deep-Packet-Inspection beim Provider unmöglich, da dies die Performance in den Keller drücken würde und einige Attentäter mittlerweile auf PGP und TrueCrypt zurückgreifen. Was tut man dagegen?

Richtig, man lagert die Überwachung auf die Terrorverdächtigen aus, indem man auf den Computern der potentiellen Verbrecher einen Trojaner installiert. Alle verdächtigen Aktivitäten können so direkt an die zuständige Behörde weitergeleitet und analysiert werden. Bei einem Fehlalarm sind die Mitarbeiter zur Diskretion verpflichtet. Das heißt, dass alle nicht-verbrechens-relevanten Daten sofort vernichtet werden sollten, um nicht etwa zu speichern, welche Pornos die betroffene Person angeguckt hat. Wer nichts zu verbergen hat muss sich also keine Sorgen um den Staatstrojaner machen. Um eine bessere innere Sicherheit zu gewährleisten müssten Verschleierungstools/Methoden wie PGP,Truecrypt,OTR und AES verboten werden.

Wird etwas gefunden wie eine Bombenbauanleitung oder Pläne den Bundestag in die Luft zu sprengen, kann die Polizei schnell handeln und viele unschuldige Menschen vor dem Tode bewahren. Soweit die Theorie, die auch größtenteils umgesetzt wurde.

Doch am 8. Oktober 2011 wurde die langjährige Arbeit der Behörden durch den Verbrecherverein CCC zunichte gemacht. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Meisterstück deutscher Programmierarbeit von den schwitzigen, Zukunfstlosen möchtegern Weltverbesserern auseinander genommen, bloßgestellt und schlecht geredet. Wie im Flug verbreitete sich diese Nachricht, jede Zeitung berichtete darüber, unzählige „Nachteile“ der Digitalen Überwachung wurden an den Haaren herbeigezogen und die Spaßpartei der PIRATEN hat endlich ein Thema gefunden um einige friedensfeindliche Wähler auf ihre Seite zu bekommen.

Durch die unglaubliche Freichheit des CCC können nun auch Ausbeuter der Virenscannerproduzenten sich freuen

Der CCC hat sich innerhalb der letzten Jahre schon einiges erlaubt. Mit seinem letzten Coup ist er aber eindeutig zu weit gegangen und sollte verboten Werden, um gefahrlos einen zweiten Versuch zu starten, den Staatstrojaner unters Volk zu bringen. Bis dahin kann man nur hoffen, dass es keine weiteren Terroranschläge mehr geben wird. Für alles was in der Zwischenzeit passiert ist der CCC mitverantwortlich. Durch ihn wurde schließlich die Überwachung verhindert.

Bilder:
Headerbanner by maha-online cc-by-na 2.0
„exploding Laptop“  by Martin Deutsch  cc-by-nc-nd 2.0
„Viren Fund“ by Brillrolph

2 thoughts on “Warum der Staatstrojaner gut für Deutschland war

  1. Pingback: Warum der Staatstrojaner gut für Deutschland war | staatstrojaner | Scoop.it

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.