Ich gehöre nicht zu „alle“

By | 27. Mai 2015

Zur Zeit gewinnt die Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe an neuem Schwung. Nach dem Votum in Irland entbrennt die Debatte um die Homoehe in Deutschland wieder. Ich finde das gut und überfällig.

Was mich daran stört ist der Begriff der dafür verwendet wird: „Ehe für Alle“. Als Mensch in einer Polyamoren Beziehung empfinde ich diesen Begriff als eine Farce. Denn gemeint sind nicht alle sondern alle Menschen die rein monogame Beziehungen führen.  Wenn drei oder mehr Personen einander Heiraten möchten wird dies auch weiterhin nicht möglich sein. Man schätzt das in Deutschland über 10.000 polyamore Menschen leben. Genaue Zahlen gibt es dazu leider nicht, da bisher keine Entsprechenden Studien in Auftrag gegeben wurden. Man betrachtet diese Art zu Leben als „Subkultur“.

Man spricht sich weiterhin lieber für die serielle Monogamie aus, statt den Menschen wirklich eine Wahl zu lassen, wen und wie viele sie heiraten. Viele argumentieren mit steuerrechtlichen Gründen und vergessen dabei ganz, was noch alles an der Ehe/eingetragenen Partnerschaft hängt: Wenn einer der Partner einen Unfall hatte, wer darf als „Angehöriger“ zu ihm, wer darf die Betreuung eventueller Kinder übernehmen? Oder wie ist es mit anderen essentiellen Rechten, wie z.B. eine Aussage vor Gericht verweigern zu können, wenn man mit dem Beklagten verwand ist?

Es wäre daher schön, wenn wirklich eine Ehe für Alle kommen würde. Dies wird aber in absehbarer Zeit nicht geschehen, daher möchte ich euch bitten: Verwendet einen anderen Begriff, denn „für Alle“ ist gelogen.

2 thoughts on “Ich gehöre nicht zu „alle“

  1. Hannes

    Lieber Loki.

    Du schießt da ein bisschen auf die Falschen. Es ist keine Farce. Wenn eine Ehe rechtlich der verbund zweier Menschen ist, dann ist dein Problem doch nur, dass du nicht MEHRERE Ehen führen darfst. Aber grade bei polyamieschen(?) Beziehungen ist dafür neben der Voraussetzung der Mehrfachbindug eben auch zwingend der jetzt angestrebte Schritt der geschlechtsunabhängigen Bindung.

    Also hoffe ich, dass du diese Forderung nach #EhefürAlle als Schritt zu deinem Ziel, und weniger als Koterpart dazu sehen kannst.

    Lieben Gruß, Dein Hannes

    P.S. lass uns mal wieder treffen beim Dönie oder so.

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    1. Loki Post author

      Hey Hannes,

      als Poly möchte ich nicht unbedingt mehrere Ehen führen, sonder u.U. auch eine Ehe mit mehreren Partnern. Die Forderungen die hinter diesem Begriff aktuell gesammelt werden unterstütze ich voll und ganz. Den Zusatz „für Alle“ lehne ich ab. Dann lieber #EhefürfastAlle

      Und Dönie ist eine gute Idee 😉

      Loki

      Reply

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