Langsam ist genug!

By | 23. September 2014

Ich blogge, das bedeutet in der Regel, dass wieder irgendetwas in der Partei kocht. Und es ist wieder das alte, leidige Thema des angeblichen Flügelkampfes.

Nun sind ja einige der Protagonisten ausgetreten. Darunter Lauer, Höffinghoff und Anke Domscheit-Berg. Bevor ich zum eigentlichen Anlass für diesen Blogpost komme, will ich mich hiermit bei allen Ausgetretenen für ihre Arbeit innerhalb und für die Partei, die sie in den letzten Jahren geleistet haben, bedanken.

Und genau da liegt auch schon das Problem. Danke und Tschüss sagen und (vorerst) ziehen lassen, so müsste es laufen. Statt dessen haben einige (ex-)Piraten nichts besseres zu tuen, als sich gegenseitig immer wieder in die Fresse zu schlagen. Jeder erzählt wie böse und schlimm die andere Seite doch ist. Was für schlimme Nazis die Piraten doch sein müssen. Und welch bösartige, männerverachtende, karrieregeile und hinterhältige Wesen die Ausgetretenen wohl sind. Wenn man das so liest überlegt man für einen Moment ob man nicht all diese Leute besser in eine geschlossene Anstalt einweisen sollte, bis sie keine Gefahr mehr für die Menschheit sind.

Diese Schlamschlacht kotzt mich gerade tierisch an. Auf beiden Seiten kursieren die obskursten Verschwörungstheorien. Jeder beklagt sich über den Umgangston der anderen, keiner reflektiert sich selbst. Wir hatten solch eine Situation schon mal. Das veranlasste einige aktive Piraten in den Orgastreikt zu treten (ja, wir wissen, unsere Texte waren Missverständlich und Scheiße, das brauchen wir nicht noch mal aufwärmen), in der Hoffnung das sich dann vlt. mal alle besinnen und wieder vernünftig miteinander arbeiten. Das war ein Irrtum.

Wenn das gehate gegenüber den Ausgetretenen nicht aufhört, höre ich auf.

  • Wie soll ich für eine Partei guten Gewissens meine Freizeit opfern, die so mit Menschen umgeht?
  • Wie soll ich für eine Partei arbeiten, die alles macht, außer Politik?
  • Was will ich, als IT’ler, in einer Partei die auf die Netiquette scheißt?

Und ja, auch wenn manche, wenige, der Ausgetretenen meinen, sie müssten nachtreten, lasst sie einfach. Ignoriert das. Wer da nicht drüber stehen kann, wird in der Politik untergehen.

7 thoughts on “Langsam ist genug!

  1. Idahoe

    Ruhig Blut,

    vergesst einfach nicht, daß wir in einem Zeitalter der Selbstvermarktung leben, auch wenn dies nur mehr oder weniger gültig ist für den einzelnen. Der Mensch ist aufgefordert nicht nur andere, sondern auch sich selbst stetig zu bewerten. Eine Wertung ist ein emotionaler Vorgang, der Mensch wird emotionalisierter, anfälliger in seiner Selbstachtung.

    In diesem Prozess identifitzieren sich sehr viele mit ihrer Aussage, sie sind nicht in der Lage ihre Kritigfähigkeit aufrechtzuerhalten, alles wird auf die Person bezogen und nicht auf die Aussage. Das ist eine Art „marktkonformes“ Denken, das mehr mit glauben zu tun hat, denn mit Denken.

    Ich vermute, daß dieses Phänomen einer der Gründe für das Scheitern innerhalb der Partei ist.
    Der Versuch dies mit Regeln, sprich weiteren Wertungen, in den Griff zu bekommen ist sehr kontraproduktiv.

    Solange sich Menschen gedanklich in einem Bewertungsschema befinden, ändert sich auch im Ergebnis nichts wesentliches.

    Versucht es einfach mit mehr Offenheit, Gelassenheit, ergo deutlich weniger Wertungen und daher weniger Selbstbezug.

    Aussagen verstehen und diese widerlegen, Begründungen einfordern, nachfragen wie eine Aussage gemeint ist.
    Auch der scheinbar intelligente Überflieger macht oft genug sehr dumme Aussagen.

    Über das Beste kann niemand etwas wissen.

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  2. John

    An einem Detail widerspreche ich dir keckerweise ein wenig: Es gab ja bei polarisierenden Leuten durchaus Parteigegner, die ihr Freude kaum bremsen konnten. Was schlechter Stil ist.

    (ich gebe dir bis hierhin also recht)

    Diese Menschen sind allerdings nicht „die“ Partei. Denn „die“ Partei ist deutlich vielfältiger!

    Allerdings gab es nach meinem Empfinden ungleich mehr Menschen, welche die Rücktritte bzw. Austritte bedauerten. Ich bedaure, trotz gelegentlicher politischer Differenz, z.B. den Austritt von ADB. Bei Herrn Lauer war das folgerichtig (und – pardon – es wirkte auf mich so, als ob er ohnehin darauf zusteuerte), bei Oliver bedaure ich das auf der persönlichen Ebene. Ich habe ihn sehr gemocht.

    Zuletzt aber wirkte er auf mich wie jemand, der mit der Mehrheitsströmung der Piraten einfach nicht mehr koexistieren wollte.

    Weil er parteiinterne Gegner hatte (und, pardon, die sich durchaus auch mal selber gemacht hatte), gab es in Folge schon einige Shitstorm-artige Reaktionen auf seinen Austritt. Aber, pardon, ist das wirklich so überraschend? Wie ist denn das mit dem Wald und dem Tonfall, mit dem man in ihn hinein ruft?

    So sehe ich das jedenfalls bei den beiden ausgetretenen Alphamännern.

    Reply
    1. Idahoe

      Der von Dir so benannte Alphamann ist logisch betrachtet mit einem sehr starken Minderwertigkeitskomplex behaftet, den er selbst immer wieder widerlegen muß.
      Der Alphamann wird von seinem gläubigen Umfeld auf einen Sockel gestellt. Der Alphamann ist Selbstzweck, ein Mythos und tatsächlich mehr ein bedauernswertes armes Würstchen.
      Es ist eben immer eine Frage der Sicht, wer als der Cargo-Kult-Bauer wahrgenommen wird.

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      1. Idahoe

        Ergänzung ohne Kalauer
        Das gilt nicht nur für ein spezifisches Geschlecht:
        Es sind
        Wer? Wie? Was?
        Der! Die! Das!
        als Fassadenbauer, genannt

        das gemeine Alphatierchen.

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        1. Idahoe

          Hier mal ein typisches Beispiel, dies war der erste Kommentar, der natürlich nicht veröffentlicht wurde, denn allein die Aufforderung zur Kritik ist bereits ganz BÖSE, nur Zustimmung und/oder Schmeicheleien sind erlaubt:

          Idahoe on September 21, 2014 at 10:15 am said:
          Your comment is awaiting moderation.

          Ideologie und progressiv schliesst einander aus, etwas, daß Du anscheinend nicht in der Lage bist, tatsächlich zu verstehen.
          Schuld sind die bösen BÖSEN anderen?
          Die Welt ist so einfach?
          Du scheiterst an anderen?
          Du siehst Zusammenhänge, die andere nicht sehen?

          Vielleicht sehen andere welche, die DU in Deiner geschaffenen Realität gar nicht sehen kannst?

          Ich wünsche Dir jedenfalls Erkenntnis und hoffe, daß dies nicht böses für Dich ist.

          Gruß

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  3. soulless

    Vielleicht solltest Du selber den ganzen Müll ignorieren. Es wird sich nie vermeiden lassen das im Netz manche Piraten oder solche, die sich einfach nur als Piraten ausgeben, Theater machen.

    Wenn Du weißt wer das ist sag es der Person, ändert sich nichts merke es Dir und wähle diese Person niemals auf irgendeinen Posten.

    Bei einer offenen Partei, bei der es nicht nur gewählte Sprechblasen gibt sondern alle reden dürfen, reden halt alle. Und so lange man nicht will das Idioten ausgerottet oder in Umerziehungslager gesteckt werden und irgendjemand bestimmt wer ein solcher Idiot ist und so behandelt gehört muss man leider damit leben das bei der großen Menge Alle eine bestimmte Teilmenge Idioten dabei sind.

    Was natürlich nicht heißt das man nicht sagen darf „Das kotzt mich an und überlegt doch mal was ihr da macht“. Schließlich besteht immer die Hoffnung das der ein oder andere es liest und sein Verhalten ändert.

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  4. Gernot Köpke

    Locker bleiben. Twitter ist nicht repräsentativ. Da sammeln sich diejenigen, die woanders keinen Stich machen können besonders stark. Ca. 80% der Piraten haben mit Twitter nix am Hut 😉
    Jeder Verlust ist selbstredend bedauerlich. Geleistetes bedarf der Anerkennung, auch und gerade wenn man mit jemandem über Kreuz liegt.

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