Liebe CDU, liebe SPD,

By | 23. April 2014

mal wieder werbt ihr im Wahlkampf mit Wachstum und Arbeitsplätzen. Diese beiden Schlagworte sind aber nicht nur eure Wahlkampf-Themen Nummer 1, sondern auch Rechtfertigung und Begründung für all eure ungeliebten Entscheidungen.

  • TTIP?
    • Muss kommen wegen der Arbeitsplätze! Und dem Wachstum!
  • Auch mit Genmais?
    • Ja klar, das bringt Arbeitsplätze und Wohlstand!
  • Abgeordnete dürfen nebenbei ein Unternehmen betreiben? Aber das gibt doch Interessenkonflikte!
    • Klar, aber es sichert Arbeitsplätze!!
  • Die Ausnahme der EEG Umlagen für die größten Stromverbraucher belastet aber den normalen Bürger zu stark!
    • Egal, es sichert Arbeitsplätze!
  • Die vielen Ausnahmen zum Mindestlohn machen diese unwirksam!
    • Ach was, hauptsache wir sichern Arbeitsplätze

Diese Liste kann man praktisch endlos fortsetzen. Ein gutes Nachschlagewerk dazu ist Abgeordnetenwatch.

Und ganz wichtig: all dass bringt immer Millionen von Arbeitsplätzen. Aber wo? Welche Arbeiten sollen denn plötzlich mehr verrichtet werden? Die mögliche Verschlechterung des Arbeitnehmer-Schutzes, den TTIP mit sich bring, wird ignoriert, toleriert, vielleicht sogar gewünscht? Und selbst wenn wir auf diese Art ein paar freie Stellen schaffen könnten, so ist es doch abzusehen, dass es in Zukunft nicht mehr Arbeit geben wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Aber was können wir gegen den Arbeitsmangel tuen? Ganz einfach: Maschinen abschaffen. Maschinen ersetzen jeden Tag weitere Arbeitskräfte. Die Industrie macht immer mehr Gewinne mit immer weniger Personal. Aber das ist doch nicht per se eine schlechte Entwicklung. Wäre es nicht schön, wenn alle Menschen eines Tages das tuen und lassen können was sie wollen? Wenn Maschinen unsere Arbeiten übernehmen?*

Man könnte sich dann fragen, wovon der Mensch leben soll, wenn er kein Geld mehr durch Arbeit verdient. Die perfekte Lösung wäre natürlich wenn wir irgendwan so etwas wie Geld nicht mehr benötigen. Wenn auf Grund der Automatisierung Waren in einer solchen Menge bereit stehen, dass jeder unbegrenzten Zugang zu allen Produkten hat die er benötigt. Auf dieses Ziel jedoch, müssten noch viele Generationen hin arbeiten.

Kurzfristig benötigen wir eine andere Lösung. Und es gibt bereits eine: Das Bedingungslose Grundeinkommen. Am 8.11.2010 wurde Susanne Wiest zu diesem Thema im Petitionsausschuss des Bundestages angehört. Als Ergebniss dieser Anhörung hat der Ausschuss ihre Petition zur weiteren Beratung in den Bundestag verwiesen. Und was ist seit dem geschehen? Was wurde seit diesem Tag von CDU/FDP/SPD im Bundestag getan? Ich habe nichts mehr davon vernommen.

Es verwundert mich auch nicht, dass Ihr so etwas wie das BGE nicht wollt. Zum einen wäre eine Umverteilung zwischen Arm und Reich von Nöten. Außerdem würden die Menschen die Angst vor Armut verlieren. Und diese Angst macht ihr euch täglich zu Nutze, um Leute zu Hungerlöhnen irgendwelche Arbeiten verrichten zu lassen. Hauptsache es sind überhaupt Arbeitsplätze. Außerdem würden euch dann eines eurer beiden schönen Wahlkampf-Themen abhanden kommen.

Es wird Zeit endlich einmal die wirklich wichtigen Themen für die Zukunft anzugehen. Und Arbeitsplätze um jeden Preis gehört nicht dazu.

Aber ich weis, liebe Bundesregierung, dass euch das überhaupt nicht interessiert. Um dennoch diesen Post etwas ansprechend für euch zu gestallten, hier eure Hymne:

Euer
Thomas B.

*  Ok, vielleicht nicht ganz so toll, wenn man von Systemen wie SkyNet ausgeht, aber das ist ein anderes Thema.

3 thoughts on “Liebe CDU, liebe SPD,

  1. B.

    Rührend, aber dank der künstlichen Aufregung über „Bombergate“ usw., die du offenbar mit geschürt hast, bekommen wir jetzt Sekor als Vorsitzenden und sind „sozialliberal“, da ist das BGE auch bald weg.

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    1. Loki Post author

      Ich habe mich über die Umgangsformen von allen Seiten zum Bombergate aufgeregt. Und das Sekor BGE killen würde ist mir auch neu. Aber man braucht ja immer einen Schuldigen für irgendwas. Ich mach das mit der Politik, und du so?

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      1. B.

        Beim Orgastreik ging es nicht nur um „Umgangsformen von allen Seiten“, da wurde klar richtungsmäßig Position bezogen („Wir erwarten… deutliche Distanzierung von Aktionen, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstoßen… deutliche konsequentere Handlungen im weiteren Umgang mit den entsprechenden Personen“). Wer hat hier „Schuldige“ gesucht?

        Sekor muss BGE nicht persönlich killen, aber er kann es ja öffentlich nicht glaubwürdig vertreten, wenn er sich zuvor darüber auf T-Shirts lustig gemacht hat.

        Wenn man „links“ derart zum Unwort macht, dass man es nicht mal innerhalb des Wortes „linksliberal“ akzeptiert und statt dessen die Selbstpositionierung des Frankfurter Kollegiums für die ganze Partei übernimmt, dann wird das auch entsprechende programmatische Folgen haben.

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