Facebook und die Presse – Schizophrener Datenschutzbegriff

By | 18. Dezember 2012

Immer wieder berichtet die Presse über den schlechten, bzw nicht vorhandenen Datenschutz bei Facebook. Sowohl Print, Online und Rundfunk haben das Problem erkannt und jeder sollte schon mal davon gehört haben. Dennoch wird Facebook immer mächtiger, immer mehr User melden sich an, und viele sind der Ansicht, ohne Facebook wäre man von manchem ausgeschlossen. Aber warum?

Nun, obwohl die Presse sehr wohl bescheid weiß, über die Gefahren von Facebook, werben sie doch selbst aktiv dafür. „like“ Buttons unter Artikeln, oder „mehr finden Sie auf Facebook“ und „Stellen Sie uns ihre Fragen auf Facebook“ Aufrufe in den Fernseh-Sendungen sind nichts anderes als Werbung. Werbung für ein Portal, welches selbst als Nutzer-unfreundlich im Sinne des Datenschutzes angeprangert wird.

So manches Presse-Medium geht gar noch weiter, und setzt einen Facebook Account schlicht voraus. Bei Pro7-Connect kann man sich zum Beispiel nur mit einem Facebook Account anmelden.

Wie Schizophren die Presse dort ist, zeigt zum Beispiel Frontal21. Diese Berichten über die Macht von Facebook und pflegen selbst ein Facebook Profil.

Oder bei Spiegel Online prangt der Facebook Button unter der Bezeichnung „Der Datenkrake“

Facebook Spiegel Like

Aber leider werde ich wie vermutlich wie immer schreiben, ohne das es auch nur einen der Facebook User, oder der Pressevertreter im geringsten interessiert denn:

Der User ist einfach zu Faul sich darum zu kümmern, und für die Presse zählt nur der Umsatz. Und Facebook zählt als Werbemedium.

Ich für meinen Teil werde Facebook weiter boykottieren, und würde mich freuen, wenn zumindest wenige andere dies auch tuen.

 

3 thoughts on “Facebook und die Presse – Schizophrener Datenschutzbegriff

  1. Stinmark Bergwart

    Wo liegt eigentlich dein Problem? Im Gegensatz zu den mittlerweile verstorbenen Communities wie studi/schüler-vz,wkw hat FaceBook sich durchgesetzt. Facebook bietet die Möglichkeit, sich schnell und einfach mit internationalen Kontakten auszutauschen und wichtige Neuigkeiten direkt zu erfahren. Email und instant messenger habe nunmal ausgedient.Wer nicht bei Facebook ist, ist nunmal nicht mehr Teil dieser Welt. Wie stellst du dir das vor wenn man Daten austauschen will? „Gib mir mal deine Anschrift dann schreib ich dir nen Brief“? lol. Dass Facebook überall integriert wird vereinfacht vieles. Ich muss zum Beispiel nicht mehr einzeln bei Facebook eintragen, was ich gerade bei Amazon gekauft habe oder was ich gerade für Musik höre. Das passiert vollautomatisch. Eine weitere schöne Funktionalität ist die Like funtion. Ich muss nicht mehr überlegen was ich gut finde oder nicht, da ich sehe was meine Freunde liken.

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    1. Loki Post author

      Facebook handelt mit den Daten der User. Genau die von dir angesprochenen Daten stehen eben nicht nur deinen Freunden zur Verfügung, sondern können dazu verwendet werden, psychologische Profile von dir zu erstellen. Diese sind auf den Markt der gezielten Werbung z.B. sehr beliebt. Nach den Datenschutz-Bestimmungen Datennutzungsrichtlinien von Facebook „verschenkst“ du deine Daten an Facebook. Wer das freiwillig tut, und weiß was Facebook alles darf, fein. Aber ich habe das Gefühl, den meisten ist dies gar nicht bewusst. Mehr Infos zu Facebook und Datenschutz findest du übrigens hier: https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/

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  2. Lucas de Vil

    Moin Loki,

    ich sehe die Sache im Großen und Ganzen ähnlich wie du.
    Mein Facebook Account existierte für ungefähr 3 Jahre. Seit knapp eineinhalb Jahren bin ich wieder ‚ohne‘. Nicht deaktiviert, sondern komplett gelöscht. (Soweit auf Facebook halt möglich.)

    Ja, ich vermisse einige Dinge. Spontane Einladungen a lá ‚Morgen Trashfilm DVD Abend bei mir!‘ zum Beispiel. Und ja, die Angst Dinge nicht mitzubekommen ist berechtigt.
    Nun, ich habe jetzt tatsächlich mehr Freizeit. Im Gegensatz zu damals™ halte ich mir nicht mehr jeden Abend frei, weil ja was Spannendes kommen könnte. Spontan bin ich immer noch, fast jeder verplante Abend kann umdisponiert werden. Passiert nur wesentlich seltener.

    Und auch die Befürchtung man gerate bei Freunden ins Hintertreffen ist eine Tatsache. Von meinen damals 110+ Freunden habe ich aktuell noch Kontakt mit 20. (Wobei 3 davon nie bei Facebook waren…)
    Diese verknüpfte Beziehung hat eine ganz andere Qualität als auf Facebook. Es wird kein ‚Morgen Trashfilm DVD Abend bei mir!‘ mehr lieb- und zusammenhanglos in irgendeine Timeline gerotzt und wer Bock hat meldet sich. Es gibt eine personenbezogene (ausgestorbene?) E-Mail mit persönlicher Einladung zum morgigen Trashfilm DVD Abend.
    Mag sein, dass es für den Veranstalter mehr Arbeit darstellt als auf Facebook. Mir zeigt es, dass sich jemand explizit meine Anwesenheit wünscht. Das gibt ein unglaublich gutes Gefühl. Ich bin keine Zahl mehr in irgendeinem werbefinanzierten System. Ich bin ein Mensch.

    Mich interessierte nie, wer auf Amazon was kaufte, bei Spiegel Online was las, welchen Erfolg wer bei welchem unsinnigen Spiel erreichte oder welche Konsistenz der morgendliche Stuhl hatte. Mir ging nur jede Menge Zeit abhanden, in der ich dämliche Aussagen irgendwelcher Attention Whores zu korrigieren versuchte. Wir alle kennen ja das ‚Someones wrong on the internet‘ Meme…
    Kein Facebook, kein ‚Someones wrong on the internet‘.
    Die Like Funktion wurde später immer weiter zu einer ‚Gelesen‘-Funktion mutiert. Braucht auch kein Mensch.

    Der Weggang von Facebook hat für mich eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität zur Folge gehabt – zumindest nachdem die Symptome der Sucht erfolgreich bekämpft wurden. Ich fühle mich freier.

    Gut, die Bandnews vermisse ich ein bisschen. Aber da gibt es ja zum Glück noch Twitter. Die übrigens mit den Daten auch relativ ungeschützt umgehen. Doch da weiß man das wenigstens von vorn herein und bekommt keine Datenkontrolle vorgegaukelt.

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